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    Wanderungen und Fantasiereisen an der Kleinen und Großen Nister.

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    Von Pingen und Köhlerplätzen, Stollen, Bergwerksschächten, Hüttenwerken und Steinbrüchen ... zwischen Wied und Sieg, Lahn und Dill

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    Von der Arbeit im Bergwerk oder Steinbruch konnten die Familien selten leben ... ohne Landwirtschaft ging praktisch nichts im Westerwald!

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M1 - Fantasiereise zu Mühlen an der Kleinen & Großen Nister

Mahlwerk der Ölmühle im Landschaftsmuseum Hachenburg
Mahlwerk einer Ölmühle

Von Luckenbach über Nistermühle nach Atzelgift

Seit wir Menschen sesshaft wurden, ist es von besonderer Bedeutung, wie aus Getreidekörnern „Mehl“ und „Schrot“ wird, die für „unser tägliches Brot“ die allerwichtigste Rolle spielen. Ungemahlene Getreidekörner sind für uns keine Nahrung – wir können sie nicht verwerten. Zunächst wurde das Getreide mit Mörsern zerstampft und mit einfachen Geräten aus Stein gemahlen. Sie werden „Reibsteine“ genannt. Bald kamen Drehmühlen in Gebrauch, die erst mit Menschenkraft und dann auch mit der Kraft von Tieren bewegt wurden.

Als die Menschen gelernt hatten, wie sie die Kraft des Wassers und des Windes in Antriebsenergie verwandeln konnten, wurden aus Mühlen „Maschinen“, die in größeren Mengen das Mehl für eine große Anzahl von Menschen herstellen konnten. So sorgten auch die Zisterzienser in Verbindung mit ihren Klostergründungen im 12. und 13. Jahrhundert für die Ausbreitung der Wassermühlen.

Tourbeschreibung

Unsere Fantasiereise beginnt am Standort der älteren Luckenbacher Mühle. Nach einem kurzen Einstieg wandern wir die Kleine Nister flussabwärts zur Ölmühle von Atzelgift. Wir erfahren, welche unterschiedlichen Produkte in Mühlen erzeugt wurden. Von Atzelgift gehen wir weiter zur Kempfs Mühle nach Streithausen.

Auch Kempfs Mühle hat eine ereignisreiche Geschichte, die allerdings „nur“ ca. 200 Jahre zurück reicht: Gegründet als Drahtzug, wurde sie umgewandelt in eine Getreide- und Ölmühle, schließlich in ein Mini-E-werk und eine Ferienunterkunft. In der Nähe der Gebäude gibt es einen Platz, der noch mehr Interessantes birgt: Im hohen Mittelalter war dort eine „Motte“, ein befestigtes, burgartiges Haus auf einem Hügel, der von einem Wassergraben umgeben war. Hier soll der Ursprungsort der „Herren von Nister“ sein.

Nun folgen wir dem Westerwaldsteig hinauf auf den Kamm zwischen Kleiner und Großer Nister bis zur Abtei Marienstatt. Es ist historisch verbürgt, dass die erste Wassermühle der Region auf dem Gelände des Zisterzienserklosters errichtet wurde. Heute nutzen die Mönche die Wasserkraft zur Erzeugung von Elektrizität.

Der Westerwaldsteig führt uns weiter zur Nistermühle, die als die zweitälteste an der Großen Nister gilt. Sie wurde urkundlich zuerst im Jahr 1234 erwähnt. Über viele Jahrhunderte war sie eine herrschaftliche Mühle der Grafen von Sayn. Die Nistermühle war zeitweise zugleich Getreide-, Öl- und Schneidmühle. Am 31. März 1913 brannten die Mühlengebäude nieder und wurden danach durch die heutigen Gebäude ersetzt.

Weiter geht es zur Atzelgifter Mühle. Sie wird gerade zu neuem Leben erweckt. Vielleicht gibt es hier schon bald eine attraktive Location in einem alten Mühlengemäuer. Wir wandern weiter ins Luckenbacher Oberdorf und finden dort den Standort der jüngeren Luckenbacher Mühle: die Kindsche Mühle. Der Rosbach rauscht durchs Dorf und hier, in der Nähe des "Alten Backes" hat sie gestanden.

Am Ziel unserer Fantasiereise angekommen können wir uns im alten Luckenbacher Backes von den körperlichen Anstrengungen erholen und in Gesprächen und mit Hilfe von Anschauungsmaterial das Erlebte noch einmal Revue passieren lassen.

 

Termininformation und Anmeldung

Termine westerwalderleben.de
Kontaktformular westerwalderleben.de

Haftungsausschluss, Bedingungen

Die Teilnehmenden starten auf eigene Verantwortung, Risiko und Gefahr. Änderungen der Streckenführung oder Absage der Tour sind vorbehalten. 

Die Fantasiereise zu den Mühlenstandorten stellt keine besonderen Anforderungen an Kondition und Ausrüstung. Angepasste Kleidung (Zecken, Wetter etc.) und festes Schuhwerk ist zu empfehlen. Belastungen für Ungeübte können sich aus den Anstiegen von der Kleinen zur Großen Nister (und umgekehrt) ergeben. Aber auch das ist letzlich eine Frage der Geschwindigkeit und die wird von den Teilnehmenden bestimmt. Eine Sitzunterlage ist bei den Stopps an den Mühlenstandorten nützlich. Die Teilnahme von Familien mit Kindern (auch mit Kinderwagen) und von beeinträchtigten Personen ist grundsätzlich möglich.

Die Touren finden bei jeder Witterung statt. Jedoch nicht bei Schnee- und Eisglätte oder anderen für die Teilnehmenden gefährlichen außergewöhnlichen Witterungs- und Umweltbedingungen, wie z.B. Sturm, Orkan, Hagel, Gefahr herabfallender Äste und umstürzender Bäume etc.

Wenn gewünscht, lassen sich die meisten Touren um literarische, musikalische oder auch meditative Elemente erweitern.

Die Tour ist als individuelle Führung und für Gruppen buchbar. Senden Sie Ihren Terminwunsch und die Anzahl der Personen mit dem Kontaktformular an westerwalderleben.de.

Normalerweise liegt die maximale Teilnehmerzahl bei 15 Personen. Bei Touren mit Eventcharakter, wie z.B. Besuch des Edelsteinstollens ist die Teilnehmerzahl auf 10 Personen beschränkt.

Fantasiereise zu Mühlenstandorten an der Kleinen und Großen Nister
Fantasiereise zu Mühlenstandorten an der Kleinen und Großen Nister

Kosten:
Erwachsene                    10 Euro
Kinder                              2 Euro
Familien*                        17 Euro
Ermäßigter Preis**            3 Euro

Start/Ziel: 57629 Luckenbach, Gustav-Adolf-Kapelle
Aus Richtung Hachenburg kommend, vor dem Ortseingangsschild "Luckenbach" beim Hinweis "Friedhof" nach links abbiegen, weiter ca. 200 m; hier stehen Parkplätze zur Verfügung.

Länge der Wegstrecke: ca. 13 km
Dauer der Wegstrecke: ca. 3 - 3.5 Stunden
Gesamtdauer der Tour: ist abhängig von der Art und Anzahl der Aktivitäten/Aufenthalte unterwegs und an den Stationen, nicht länger als ca. 4.5 - 5 Stunden, 
Bergauf/Bergab: ca. 750 m

Einkehrmöglichkeit: Auf dem Gelände der Abtei Marienstatt gibt es das "Marienstatter Brauhaus".  Bei guter Witterung bietet sich hier eine Rast im Biergarten an. Außerdem verfügt das Kloster über eine (kostenfreie) Pilger-/Gästetoilette. In der Gaststätte ist selbstverständlich ebenfalls eine Toilettenanlage vorhanden. Der Verzehr im Brauhaus ist nicht im Tourpreis enthalten.

Sonstiges: Interessierte Teilnehmende haben die Möglichkeit, auf dem Klostergelände einen wunderschönen Kräutergarten (kostenfrei) und eine Buch- und Kunsthandlung zu besuchen. Hier werden auch regionale Produkte angeboten.

* Der Familienpreis gilt für zwei Erwachsene mit bis zu zwei Kindern (jedes weitere Kind: 2 Euro) oder für einen Erwachsenen mit mehreren Kindern (max. fünf Kinder bis einschließlich 14 Jahre)

** für Behinderte, Schüler, Studenten und Auszubildende (bei Vorlage des Ausweises)